Endlich.

Ich hatte Glück mit meinen Eltern. Das klingt banal, ist es aber nicht.

Mein Vater hatte Musik im Blut. Meine Mutter liebte Musik. Und die beiden haben bei drei Kindern dafür gesorgt, dass jeder seine Interessen ausleben konnte. Nicht selbstverständlich. Nicht billig. Aber sie haben es gemacht.

Ich bekam ein Akkordeon – ein Hohner Concerto III – und Unterricht. Und schon damals ist aufgefallen, dass ich mehr nach Gehör gespielt habe als nach Noten. Einmal vorgespielt, war ich dabei. Noten lesen? Konnte ich. Brauchte ich aber kaum. Aufgeflogen bin ich im Akkordeon-Orchester in Schwabach – ich glaube, gegen meinen Willen dort hingekommen, aber jung und schwach und dem elterlichen Willen gebeugt. Aufgeflogen deshalb: Ich habe nie an den richtigen Stellen die Noten umgeblättert.

Verdammt.

Ich sage das nicht als Anekdote. Ich sage es, weil ich meinen Eltern danken will – im Nachhinein, öffentlich, weil ich damals zu jung war, um zu verstehen, was sie mir gegeben haben. Danke.


Ich spiele Klavier. Nicht gut genug für eine Bühne. Gut genug für mich.

Was ich spiele, ist meistens eine Variation von etwas, das ich irgendwann mal gespielt habe. Ein Muster, das bleibt. Eine Melodie, die sich eingenistet hat. Manchmal ist es auch einfach weg – gespielt, vergessen, verloren. Um dem Vergessen vorzubeugen, habe ich mir irgendwann einen MIDI-Stecker für mein E-Piano gekauft. Ein bisschen gefummelt. USB-A in den Mac, GarageBand auf – und ich konnte aufnehmen.

Und dann passierte etwas Magisches: Ich konnte die Noten sehen. Was ich gespielt hatte, wurde transkribiert, Taste für Taste. Für einen, der immer was mit Musik machen wollte, aber es am Fleiß und an der Feigheit gescheitert ist, war das ein Moment.

Notenblatt Einfach Simpel
Der Schreibfehler im Titel war meiner. Weil es eine Eintagsfliege sein sollte. War es nicht.

Also saß ich nach der Arbeit am Klavier. Um den Kopf freizubekommen. Man kann ja nicht immer nur Wein und Gin Tonic trinken. Und ich nahm auf, damit es nicht verloren geht. Für mich. Für niemanden sonst.

Die Titel der Stücke kamen immer spontan. Ich hab nicht nachgedacht, ich hab einfach gespeichert – und der erste Gedanke war der Name. So wurde aus einem Abend ein Stück namens „Einfach Simpel.“ Weil es das war. Weil es das ist.

So klingt es. Aufgenommen an einem Abend nach der Arbeit, mit MIDI-Kabel und GarageBand, für mich allein:


Einfach Simpel – Original, aufgenommen mit GarageBand

Jahre später komme ich auf Suno. Ich gebe dem Tool meine Aufnahme, beschreibe was ich im Kopf hatte – die Instrumente, die Stimmung, den Raum. Und dann passiert etwas.

Ich habe nie verstanden, warum bei „Sing meinen Song“ die Künstler weinen, wenn jemand anders ihren Song neu interpretiert. Bis zu diesem Moment. Plötzlich war da, was jahrelang in meinem Kopf war. Nicht in meinem Kopf – draußen. Hörbar. Wahr.

Ich saß da und war fast am Heulen. Vor was genau, weiß ich bis heute nicht. Erleichterung vielleicht. Oder Wiedererkennung. Oder einfach das Gefühl, dass etwas, das ich nie für jemand anderen gedacht hatte, plötzlich eine Form bekommen hat.

Ja, ich weiß – eine Maschine hat das arrangiert. Kein Bass von mir, kein Schlagzeug, keine anderen Instrumente selbst eingespielt. Vielleicht macht das den Moment für manche weniger wert. Für mich nicht.

So war es in meinem Kopf:


Einfach Simpel – Suno-Produktion

Endlich.

Das ist der Anfang von „Musikkram vom Körting.“ Eigene Stücke, eigene Texte, eigene Geschichten. Produziert mit Suno. Entstanden am Klavier, nach der Arbeit, wenn der Kopf frei sein muss.

Kurz und knapp: Der erste Beitrag der Reihe „Musikkram vom Körting“ — über den Weg vom Akkordeon über ein Yamaha-Keyboard bis zur eigenen Musikproduktion mit Suno. Ein persönlicher Text über die Liebe zur Musik, das Spielen nach Gehör statt nach Noten und die Frage, warum es manchmal Jahrzehnte braucht, bis man das macht, was man eigentlich immer wollte.

Quellen: Persönliche Erzählung, Musikproduktion mit Suno

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