Ich höre auf.
Es reicht.
Ich schreibe seit Wochen. Recherchiere. Baue Datenstücke. Sitze abends um elf noch am Rechner und diskutiere mit einer KI darüber, ob ein Gedankenstrich ein Halbgeviertstrich sein muss. (Muss er.)
Ich habe über Kneipensterben geschrieben, über Hundekot, über Chuck Norris, über das Gedächtnis einer KI und darüber, warum Google den Klick killt. Ich habe eine 404-Seite designt, die schöner ist als manche Startseite. Ich habe Socke beim Schreiben auf den Füßen gehabt und Helga hat gefragt, ob ich noch mitbekomme, was im Fernsehen läuft.
Nein. Tue ich nicht.
Und gestern hat mir die KI einen Blogpost geschrieben, der besser war als das, was ich in einer Stunde hinbekommen hätte. Schneller. Strukturierter. Mit Quellen.
Also habe ich mich gefragt: Wozu mache ich das eigentlich noch?
Die Antwort kam um kurz nach Mitternacht, als ich den Closer für den gestrigen Post geschrieben habe. Einen Satz über Haltung, Kontext und die Bereitschaft, sich zu irren. Und ich habe gemerkt: Den hätte die KI nicht geschrieben. Nicht so. Nicht aus dem Bauch. Nicht mit dem Zögern davor und dem Grinsen danach.
Also höre ich auf.
Aufzuhören.
Ich höre auf, mir einzureden, dass das hier keinen Sinn hat. Ich höre auf, die Reichweite zu zählen statt die Sätze. Ich höre auf, mich zu fragen, ob das jemand liest – und fange an, mich zu freuen, wenn es jemand tut.
Ich höre auf, perfekt sein zu wollen. Und mache weiter, neugierig zu sein.
Erster April. Aber das hier ist kein Scherz. Nur der Titel.
Socke schläft. Helga guckt Fernsehen. Und ich schreibe. Passt schon.